KaDer - Karten der Erinnerung

Hintergrund

Historische Ereignisse und Strukturen haben geographisch definierbare Orte. Mithilfe geographischer Informationssysteme (GIS) können Daten mit räumlichem Bezug digital erfasst (GPS), analysiert und graphisch dargestellt werden. Die Verzahnung (Verlinkung) von Text-, Bild- und Filmmaterial in einem internetfähigen Geoinformationssystem (Web-GIS) bietet eine moderne und interaktive Form der Präsentation.

Neuer Friedhof (Kirkut) in Zarki bei Czestochowa

Die Idee

Beim Projekt "Karten der Erinnerung" geht es um den Aufbau eines interaktiven Webportals zur kartographischen Darstellung historischer Ereignisse vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt in der Dokumentieren von jüdischen Spuren in West- und Osteuropa, insbesondere durch die Sammlung von Zeitzeugen-Erinnerungen. Es werden Informationen verschiedenster Art wie Fotos, Filme, Interviews und Dokumente gesammelt, aufbereitet und in einer Webmapping-Anwendung präsentiert.

Als geographisches "Testgebiet" wurde die Region um Tschenstochau in Polen gewählt. Allein an diesem Ort lebten vor dem Krieg 40.000 Juden, eine der größten jüdischen Gemeinden im damaligen Polen. Die meisten wurden  1942 innerhalb weniger Wochen im Verlauf der Aktion "Reinhardt" systematisch in den Gaskammern Treblinkas ermordet.

"Karten der Erinnerung" begibt sich auf Spurensuche, besucht und interviewt Zeitzeugen und Überlebende, in Polen, Deutschland, Israel und den USA.

Die multimedialen Ergebnisse werden aufbereitet und in einem Content Management System präsentiert. In einem weiteren Schritt soll es Benutzern möglich sein, die Datenbank mit eigenen Inhalten zu ergänzen.

Die Umsetzung
"Karten der Erinnerung" wird zusammen mit dem Europäischen Verein für Ost-West-Annäherung (EVA e.V.) realisiert.  Projektbeginn ist Oktober 2010.

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